Eine Paddeltour ist lustig ...

von Monika Hessenauer

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Eine Paddeltour ist lustig, eine Paddeltour ist ...

unter diesem Motto traf sich zum zweiten Mal eine Gruppe aus unserem Verein, um erneut zu prüfen, ob Wasser Balken hat oder nicht.

Am 4.8.07 war es endlich soweit.

Wir (13 paddelwütige Paare) trafen uns in aller Herrgottsfrühe an der Autobahnausfahrt Thieshope, um dann gemeinsam zum Ausgangspunkt unserer Tour zu fahren.

Hier wurde erst einmal ausgiebig gefrühstückt und dabei wurden die Neuen, die das erste Mal dabei waren, auf die Gefahren, die auf sie in den nächsten Stunden zukommen könnten, hingewiesen. Wassersportfreundin Sieglinde L. erkundigte sich nach der Flusstiefe, für den Fall, dass das Boot kentern sollte. Die ihr gegebenen Auskünfte schwankten zwischen 5 und 12 Metern und verursachten ihr offensichtliches Unbehagen. Auch die von ihr visuell wahr genommenen Strömungsverhältnisse, des ihr zu Füßen liegenden reißenden Flusses, ließ sie trotz strahlender Sonne erblassen.

Dann endlich waren die Boote am vereinbarten Standort eingetroffen und wurden eingeteilt nach Kanus und Kajaks. Der Verleiher gab noch ein paar allgemeine Informationen zu der geplanten Tour auf der Luhe und dabei wies er mit Nachdruck auf einen Wehr hin, das nicht mit den Booten passiert werden konnte, weil es an dieser Stelle ca. 3 Meter nach "unten" geht.

Endlich ging’s los!!!!!

Was war das? Bereits nach 300 Metern versperrte ein quer über der Luhe liegender Baumstamm scheinbar die Weiterfahrt. Aber, wir hatten Glück. Auf der einen Seite, dort wo die Baumwurzel war, gab es die Möglichkeit, mit ducken und flach legen im Boot unter den Baum hindurch zu kommen. Dumm war nur, dass die Strömung einige Boote gegen den Baum trieb, ohne dass die Möglichkeit bestand, durch diese Öffnung zu schlüpfen. Für die nachrückenden weiteren Boote ein schwieriges Unterfangen, nicht auch gegen den Baum zu treiben, sondern irgendwie durch diese verflixte Öffnung "in die Freiheit" zu gelangen. Irgendwie schafften es dann doch alle und weiter ging die Tour.

Dann plötzlich, zunächst nur mit den Ohren wahrnehmbar, kündigte sich das Wehr an. Die Strömung nahm zu und Annette und Reini als Leaderboot meldeten nach hinten, Wehr in Sicht. Aber wo war der Anleger? Rechts, unmittelbar vorm Wehr konnte man etwas erkennen, aber war das der Ausstieg? Die Strömung zog Reini’s Kajak in Richtung Wehr, Annette forderte Reini auf, etwas zu unternehmen, weil das Wehr nur noch wenige Meter entfernt war. Aber wie das Boot anhalten, Reini, Reini, tue etwas, Annette rief verzweifelt. Reini muss seine Annette sehr lieben, denn todesmutig sprang er ins kalte Wasser und rettete sie vor dem Abgrund. Reini du Held.

Schließlich fanden wir den Übergang, der war auf der linken Seite. Nach und nach trafen alle Boote ein. Reini blieb als Sicherungsposten im Wasser, für den Fall, dass ein Boot den Übergang verpassen sollte. Alles ging gut. Aber was war das? Einige sahen wie frisch aus dem Wasser gezogen aus. Was war passiert? Uwe und Sieglinde verlagerten ihr Gewicht an einem Engpass beide gleichzeitig nach links. Man kann sich vorstellen, welche Kräfte das arme Kanu linksseitig aushalten musste, aber dennoch kenterte das Boot samt Besatzung, die ein Vollbad in der Luhe nahm und ihr mitgenommenes Hab und Gut einschl. Vakuum verschlossener Käseplatte versank in den Fluten.

Just in dem Moment fuhr Hans-Jürgen fröhlich an der Kanuuntergangsstelle vorbei und fischte etwas aus dem Wasser und rief dann, wem gehört die Käseplatte.

Unterdes war Uwe damit beschäftigt, das Kanu zunächst an Land zu ziehen, um das Boot irgendwie leer zuschöpfen, um es wieder seeklar zu bekommen. Sieglinde unterstützte ihren Uwe dabei tatkräftig indem sie ihm freudig mitteilte, dass ihr Feuerzeug die Tauchfahrt unbeschadet überstanden hat und zündete sich erst einmal genüsslich eine Zigarette an.

Es gab noch weitere Kenterungen und Nässeopfer. Beim Durchzählen am Übergang waren wir dann aber vollzählig.

Da standen sie nun wie begossene Pudel und freuten sich diebisch über ihr nasses Outfit, um dann aber doch zu der Erkenntnis zu kommen, die nassen Klamotten müssen „runter“. Die Organisatoren haben diesen Katastrophenfall vorausgesehen und hatten empfohlen, Erstsatzzeug mitzunehmen, das in einer zum Boot gehörenden verschlossenen Tonne verstaut werden konnte.
An den gekenterten Wassersportfreunden war nichts mehr trocken. So mussten einige in Gottesnatur „blank ziehen“, um sich trockene Ersatzkleidung an zu ziehen. Der Anblick war köstlich, alle nassen Sachen hingen zum Trocknen über einen Zaun.

Wir hatten noch nicht einmal die Hälfte der Strecke über und unter Wasser zurückgelegt und steuerten dann zunächst den eigentlichen Mittagsrastplatz an, der dann ohne größere Vorfälle von Allen planmäßig erreicht wurde. Allerdings gab es irgendwie wieder Nässeopfer, die sich die restlich noch verbliebenen trockenen Sachen teilen mussten.

Alle waren doch ziemlich geschafft und so suchte sich so mancher ein stilles Plätzchen um fünf oder zehn Minuten Augenpflege zu betreiben.

Aber dann hieß es Endspurt, die Boote wurden nach und nach wieder zu Wasser gelassen und jedes Boot folgte dem Flusslauf bis Bahlburg, wo wir bereits vom Verleiher erwartet wurden. Die 6-stündige Tour hatte ihre Spuren hinterlassen, alle waren irgendwie geschafft, aber gottlob am leben.

Dann machten wir uns langsam wieder auf den Heimweg, aber vorher kehrten wir noch in einen Landgasthof ein, um dort Kaffee und Kuchen, den wir uns selbst servieren mussten, zu trinken. Natürlich wurde auch noch ein "Absacker" zu sich genommen und danach ging es endgültig Richtung Heimat.

In Norderstedt haben wir bei weiterhin hervorragendem Wetter im Ristorante Barolo den erlebnisreichen Tag ausklingen lassen. Wir haben alle sehr gut gespeist, viel gelacht, den Tag noch einmal Revue passieren lassen und wir waren uns einig, dass wir wieder einmal prüfen wollen, ob "Wasser Balken" hat oder nicht.

Abschließend möchten wir uns noch einmal bei Birgit und Hans-Georg bedanken, die diese Tour bis ins kleinste Detail hervorragend organisiert haben, so dass der Tag ein voller Erfolg war.

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