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Eine Paddeltour ist lustig ... - 13. August 2007
Eine Paddeltour ist lustig, eine Paddeltour
ist ...
unter diesem Motto traf sich zum zweiten Mal eine Gruppe aus unserem
Verein, um erneut zu prüfen, ob Wasser Balken hat oder nicht.
Am 4.8.07 war es endlich soweit.
Wir (13 paddelwütige Paare) trafen uns in aller Herrgottsfrühe an der
Autobahnausfahrt Thieshope, um dann gemeinsam zum Ausgangspunkt unserer
Tour zu fahren.
Hier wurde erst einmal ausgiebig gefrühstückt und dabei wurden die Neuen,
die das erste Mal dabei waren, auf die Gefahren, die auf sie in den
nächsten Stunden zukommen könnten, hingewiesen. Wassersportfreundin
Sieglinde L. erkundigte sich nach der Flusstiefe, für den Fall, dass das
Boot kentern sollte. Die ihr gegebenen Auskünfte schwankten zwischen 5 und
12 Metern und verursachten ihr offensichtliches Unbehagen. Auch die von
ihr visuell wahr genommenen Strömungsverhältnisse, des ihr zu Füßen
liegenden reißenden Flusses, ließ sie trotz strahlender Sonne erblassen.
Dann endlich waren die Boote am vereinbarten Standort eingetroffen und
wurden eingeteilt nach Kanus und Kajaks. Der Verleiher gab noch ein paar
allgemeine Informationen zu der geplanten Tour auf der Luhe und dabei wies
er mit Nachdruck auf einen Wehr hin, das nicht mit den Booten passiert
werden konnte, weil es an dieser Stelle ca. 3 Meter nach "unten" geht.
Endlich ging’s los!!!!!
Was war das? Bereits nach 300 Metern versperrte ein quer über der Luhe
liegender Baumstamm scheinbar die Weiterfahrt. Aber, wir hatten Glück. Auf
der einen Seite, dort wo die Baumwurzel war, gab es die Möglichkeit, mit
ducken und flach legen im Boot unter den Baum hindurch zu kommen. Dumm war
nur, dass die Strömung einige Boote gegen den Baum trieb, ohne dass die
Möglichkeit bestand, durch diese Öffnung zu schlüpfen. Für die
nachrückenden weiteren Boote ein schwieriges Unterfangen, nicht auch gegen
den Baum zu treiben, sondern irgendwie durch diese verflixte Öffnung "in
die Freiheit" zu gelangen. Irgendwie schafften es dann doch alle und
weiter ging die Tour.
Dann plötzlich, zunächst nur mit den Ohren wahrnehmbar, kündigte sich das
Wehr an. Die Strömung nahm zu und Annette und Reini als Leaderboot
meldeten nach hinten, Wehr in Sicht. Aber wo war der Anleger? Rechts,
unmittelbar vorm Wehr konnte man etwas erkennen, aber war das der
Ausstieg? Die Strömung zog Reini’s Kajak in Richtung Wehr, Annette
forderte Reini auf, etwas zu unternehmen, weil das Wehr nur noch wenige
Meter entfernt war. Aber wie das Boot anhalten, Reini, Reini, tue etwas,
Annette rief verzweifelt. Reini muss seine Annette sehr lieben, denn
todesmutig sprang er ins kalte Wasser und rettete sie vor dem Abgrund.
Reini du Held.
Schließlich fanden wir den Übergang, der war auf der linken Seite. Nach
und nach trafen alle Boote ein. Reini blieb als Sicherungsposten im
Wasser, für den Fall, dass ein Boot den Übergang verpassen sollte. Alles
ging gut. Aber was war das? Einige sahen wie frisch aus dem Wasser gezogen
aus. Was war passiert? Uwe und Sieglinde verlagerten ihr Gewicht an einem
Engpass beide gleichzeitig nach links. Man kann sich vorstellen, welche
Kräfte das arme Kanu linksseitig aushalten musste, aber dennoch kenterte
das Boot samt Besatzung, die ein Vollbad in der Luhe nahm und ihr
mitgenommenes Hab und Gut einschl. Vakuum verschlossener Käseplatte
versank in den Fluten.
Just in dem Moment fuhr Hans-Jürgen fröhlich an der Kanuuntergangsstelle
vorbei und fischte etwas aus dem Wasser und rief dann, wem gehört die
Käseplatte.
Unterdes war Uwe damit beschäftigt, das Kanu zunächst an Land zu ziehen,
um das Boot irgendwie leer zuschöpfen, um es wieder seeklar zu bekommen.
Sieglinde unterstützte ihren Uwe dabei tatkräftig indem sie ihm freudig
mitteilte, dass ihr Feuerzeug die Tauchfahrt unbeschadet überstanden hat
und zündete sich erst einmal genüsslich eine Zigarette an.
Es gab noch weitere Kenterungen und Nässeopfer. Beim Durchzählen am
Übergang waren wir dann aber vollzählig.
Da standen sie nun wie begossene Pudel und freuten sich diebisch über ihr
nasses Outfit, um dann aber doch zu der Erkenntnis zu kommen, die nassen
Klamotten müssen „runter“. Die Organisatoren haben diesen Katastrophenfall
vorausgesehen und hatten empfohlen, Erstsatzzeug mitzunehmen, das in einer
zum Boot gehörenden verschlossenen Tonne verstaut werden konnte.
An den gekenterten Wassersportfreunden war nichts mehr trocken. So mussten
einige in Gottesnatur „blank ziehen“, um sich trockene Ersatzkleidung an
zu ziehen. Der Anblick war köstlich, alle nassen Sachen hingen zum
Trocknen über einen Zaun.
Wir hatten noch nicht einmal die Hälfte der Strecke über und unter Wasser
zurückgelegt und steuerten dann zunächst den eigentlichen Mittagsrastplatz
an, der dann ohne größere Vorfälle von Allen planmäßig erreicht wurde.
Allerdings gab es irgendwie wieder Nässeopfer, die sich die restlich noch
verbliebenen trockenen Sachen teilen mussten.
Alle waren doch ziemlich geschafft und so suchte sich so mancher ein
stilles Plätzchen um fünf oder zehn Minuten Augenpflege zu betreiben.
Aber dann hieß es Endspurt, die Boote wurden nach und nach wieder zu
Wasser gelassen und jedes Boot folgte dem Flusslauf bis Bahlburg, wo wir
bereits vom Verleiher erwartet wurden. Die 6-stündige Tour hatte ihre
Spuren hinterlassen, alle waren irgendwie geschafft, aber gottlob am
leben.
Dann machten wir uns langsam wieder auf den Heimweg, aber vorher kehrten
wir noch in einen Landgasthof ein, um dort Kaffee und Kuchen, den wir uns
selbst servieren mussten, zu trinken. Natürlich wurde auch noch ein "Absacker"
zu sich genommen und danach ging es endgültig Richtung Heimat.
In Norderstedt haben wir bei weiterhin hervorragendem Wetter im Ristorante
Barolo den erlebnisreichen Tag ausklingen lassen. Wir haben alle sehr gut
gespeist, viel gelacht, den Tag noch einmal Revue passieren lassen und wir
waren uns einig, dass wir wieder einmal prüfen wollen, ob "Wasser Balken"
hat oder nicht.
Abschließend möchten wir uns noch einmal bei Birgit und Hans-Georg
bedanken, die diese Tour bis ins kleinste Detail hervorragend organisiert
haben, so dass der Tag ein voller Erfolg war.
13. August 2007 - Monika Hessenauer
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